Nobelpreis für Literatur 2014: Patrick Modiano

nobelpreis-medaille-smallAm heutigen Donnerstag, den 9. Oktober 2014, gab die Schwedische Akademie den Nobelpreisträger für Literatur 2014 bekannt. Die Wahl fiel auf den französischen Schriftsteller Patrick Modiano, den die Akademie lobte für “for the art of memory with which he has evoked the most ungraspable human destinies and uncovered the life-world of the occupation.” Wettbüros wie Ladbrokes hatten zuletzt den Romanschriftsteller Haruki Murakami (Autor von Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt und anderen Romanen) sehr weit vorne gesehen. Auch Adonis (Ali Ahmad Said) und (etwas überraschend) der norwegische Dramatiker Jon Fosse hatten laut internationalem Feuilleton gute Aussichten auf den begehrten Literaturnobelpreis 2014. Die Vergabe an Modiano gilt als Überraschung. Auf der Webseite der Schwedischen Akademie gab es unmittelbar nach der Verkündigung eine Umfrage, ob man Modiano gelesen habe. Die Quote 10 Minuten nach Bekanntgabe betrug 94% NEIN und 6% JA. Seinen ersten Roman hatte Modiano im Jahr 1968 veröffentlicht: La Place de l’Etoile. Sein jüngster Roman stammt aus dem Jahr 2010 und trägt in der deutschen Übersetzung den Titel Der Horizont.

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Lutz Seiler, Kruso: Deutscher Buchpreis 2014

Literaturpreise sind Vermarktungsinstrumente und gehorchen folglich den Gesetzen des Marktes, nicht denen der Ästhetik. Letzteres ein altertümlich anmutendes Wort, das zuletzt vielleicht bei Adorno noch einen Wert hatte. Danach stand es für einige Zeit noch im Kurs. Heute ist es entwertet. Traditionell war sie die Lehre der Schönheit, vor allem der der Kunst. Heute ist sie das stets Suspekte, letztlich das Nichtauthentische das immer gekünstelt ist. Seine Komposita sind Schönheitsindustrie, Schönheitschirurgie, Schönheitsfarm und was der Lifestyle einem müde gewordenen Publikum sonst noch nahelegt. Kurz: Schönheit ist das, bei dem man getrost abschalten kann ohne etwas zu verpassen. In der Kunst hat sie nichts zu suchen. Vielleicht verwundert es daher auch nicht, dass der Deutsche Buchpreis 2014 an Lutz Seilers Roman Kruso vergeben wurde. Ein Roman, dem Schönheit ebenfalls ein Fremdwort ist, Schönheit der Sprache, Schönheit der Form. Der Abschaltreflex setzt nicht ein, man liest weiter, ein wenig wie Verkehrsunfall. Das Sujet wird’s schon richten, DDR. Ein schwacher, ideenloser, unästhetischer Roman, der symptomatisch für die Sackgasse ist, in die sich der deutsche Roman der letzten Jahre geschrieben hat.

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Deutscher Buchpreis 2014 Shortlist

deutscher-buchpreis-2014-shortlistIm letzten Jahr ging der Deutsche Buchpreis 2013 an Terézia Mora und ihren Roman “Das Ungeheuer”. In diesem Jahr, 2014, stehen wieder sechs Autorinnen und Autoren auf der sogenannten “Shortlist” und hoffen auf einen der begehrtesten deutschen Buchpreise. Der Vergabeprozess ist ein kontinuierliches Reduzieren. 176 Titel standen auf der Leseliste der sieben Jurorinnen und Juroren. 20 dieser 176 Titel schafften es auf die sogenannte Longlist, die am 13. August bekanntgegeben wurde. 14 dieser 20 Longlist-Romane fielen nun der weiteren Reduzierung zum Opfer, so dass die Jury heute, am 10. September 2014, eine Liste von sechs Titeln bekannt gab: Die Shortlist. Von diesen 6 Finalistinnen und Finalisten wird am 6. Oktober 2014 eine Siegerin bzw. ein Sieger gekürt werden. Die Preisverleihung findet wie jedes Jahr zu Beginn der Buchmesse in Frankfurt statt. Literaturen.net stellt die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2014 vor. Weiterlesen

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J.M. Coetzee: Die Kindheit Jesu (2013) (Rezension)

coetzee_kindheit_jesu_buchcoverDie englische Tageszeitung The Guardian hat eine Kolumne, die Digested Read heißt, was übersetzt so viel bedeutet wie “Verdaute Lektüre.” Der Kolumnist John Crace stellt darin regelmäßig ein neues Buch vor (meistens einen Roman, aber auch Sachbücher oder Briefwechsel) – allerdings schon fertig verdaut, will heißen: Die Nahrungsaufnahme ist bereits erfolgt, der Magen hat das Buch bereits fertig zerlegt, die guten Nährstoffe in den Blutkreislauf geschickt, und die schlechten, unverdaulichen zur Ausscheidung freigegeben. So kann Crace einen mehrere hundert Seiten langen Roman auf nur einer einzigen Seite wiedergeben, also alles, was ihn nahrhaft macht. Crace hat auch den neuen Roman des südafrikanischen (bzw. inzwischen: australischen) Autoren und Nobelpreisträgers J.M. Coetzee verdaut: Die Kindheit Jesu (engl.: The Childhood of Jesus). Lakonisch lässt Crace darin David, eine der Hauptfiguren des Romans, sagen: “Isn’t it blindingly obvious from the title that this is a third-rate allegory?” (dt. “Ein Blinder kann doch am Titel [dieses Romans] erkennen, dass es sich dabei um eine drittklassige Allegorie handelt.”) Diese humorvolle Aussage trifft den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf. Coetzees aktueller Roman, Die Kindheit Jesu, ist in der Tat nicht viel mehr als das: Eine drittklassige Allegorie mit unnötigem erzählerischem Ballast, die am Ende völlig ins Leere läuft.

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Booker Long List 2014 bekanntgegeben

booker2014Am heutigen Mittwoch wurde die sog. Longlist des Booker Preises (Man Booker Prize) 2014 bekanntgegeben. Die Liste enthält 13 Bücher von englischsprachigen Autorinnen und Autoren, darunter vier US-amerikanische, sechs britische, zwei irische und ein australischer Autor. Wie jedes Jahr bietet die Booker Longlist 2014 eine Mischung aus Debütanten und etablierten Autoren. Unter den bekannten Namen sind etwa Richard Powers zu finden (der v.a. durch seinen Bestseller Klang der Zeit bekannt wurde), David Nicholls (dessen Roman Zwei an einem Tag ein großer Kassenschlager war), Siri Hustvedt (die Ehefrau von Autor Paul Auster), oder Howard Jacobson (der mit seinem Roman Die Finkler-Frage bereits 2010 den Booker-Preis gewann). Wer also noch englischsprachige Lektüre für den heißen Sommer sucht, sollte einmal einen Blick auf die Booker Long List 2014 werfen:

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Nobelpreis für Literatur 2013 geht an Alice Munro

Der Nobelpreis für Literatur 2013 geht an die kanadische Autorin Alice Munro, teilte die Schwedische Akademie am heutigen Donnerstag, den 10.10.2013 um 13 Uhr mit. Munro ist 82 Jahre alt und die Autorin zahlreicher Prosa-Werke, fast ausschließlich Kurzerzählungen, für welche sie bereits in der Vergangenheit zahlreiche renommierte Preise erhalten hatte, so z.B. den Man Booker International Prize 2009.

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Literaturnobelpreis 2013: Bekanntgabe

Im Oktober werden alljährlich die Nobelpreise vergeben. Die internationale Presse erwartet die Bekanntgaben dabei ebenso wie die Wettbüros, denn das Wetten auf Nobelpreise hat sich in den letzten Jahren zu einer beliebten Beschäftigung entwickelt. Der Physik-Nobelpreis wurde am heutigen Dienstag (8.10.13) an Peter W. Higgs vergeben, was niemanden überrascht hat. Spannend wird es hingegen im Bereich Literatur. Zum ersten Mal seit einigen Jahren gibt es keinen absolut klaren Favoriten auf den Literaturnobelpreis, der am Donnerstag, den 10.10.2013 um 13 Uhr bekanntgegeben wird. Die offizielle Webseite des Nobelpreises hat bereits einen Countdown eingerichtet, der die Stunden runterzählt. Weiterlesen

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Deutscher Buchpreis 2013 geht an Terézia Mora, “Das Ungeheuer”

Am Montag, den 7.10.2013 fand die alljährliche Verleihung des Deutschen Buchpreises im Kaisersaal des Frankfurter Römers statt. Terézia Mora erhält den Deutschen Buchpreis 2013 für ihren Roman Das Ungeheuer. Die Autorin setzte sich damit erfolgreich gegen fünf andere Bewerber durch (Mirko Bonné, Reinhard Jirgl, Clemens Meyer, Marion Poschmann und Monika Zeiner), die allesamt auf der sogenannten Shortlist standen. Weiterlesen

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Man Booker Shortlist 2013 bekanntgegeben

Am 10. September 2013 ist sie bekanntgegeben worden, die jährlich heiß erwartete Shortlist des Man Booker Preises, die für viele Leser einer Einkaufsempfehlung an guten Büchern gleichkommt. Am 15. Oktober 2013 wird der Gewinner/die Gewinnerin bekanntgegeben. Bis dahin erwarten uns noch die Bekanntgabe des Literaturnobelpreises 2013 und des Deutschen Buchpreises 2013. Werfen wir an dieser Stelle einen kurzen Blick auf den Booker Preis, den wohl begehrtesten Preis für Einzelwerke. Weiterlesen

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Henry Rider Haggard: Sie (1887)

Sir Henry Rider Haggard (im englischen Raum besser als “H. Rider Haggard” bekannt) kann als einer der Urväter des Abenteuerromans gelten und eindeutig als geistiger Vater moderner Abenteurer-Figuren wie beispielsweise Indiana Jones (der letztlich nur ein Nachfolger von Haggards Figur des Allan Quatermain ist). Seine zahlreichen Romane sind heute nicht mehr allesamt bekannt, jedoch ist der Ruhm eines Romans von Rider Haggard bis auf den heutigen Tag nicht verblasst, der Roman Sie (engl.: She; in Deutschland oft auch mit Untertiteln wie “Roman aus dem dunkelsten Afrika” oder “Fantastischer Abenteuerroman” vertrieben). Der Roman hat seit jeher prominente Bewunderer gehabt, wie etwa C.G. Jung, Henry Miller oder auch J.R.R. Tolkien, aber gleichzeitig auch erbitterte Kritiker, wie einen frühen Kommentatoren namens Augustus Moore, der den Erfolg von Sie als “ein schlechtes Zeichen für die englische Literatur und den englischen Geschmack” wertete. Auch in der literaturwissenschaftlichen Forschung wird der Roman äußerst kontrovers diskutiert, besonders in den Bereichen postkolonialer und feministischer Forschung. Ein Roman, der so die Meinungen spaltet hat zumindest eines ganz sicher: Sprengkraft – und dieser Sprengkraft möchte unser Artikel nachgehen. Weiterlesen

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