Spätestens seit Roland Emmerichs Kinofilm Anonymous (2011) wird wieder viel über Shakespeare gesprochen. Im Zentrum der Diskussionen stehen dabei weniger die 38 Dramen, 154 Sonette und 2 narrativen Versdichtungen, als vielmehr die Frage, wer der Verfasser dieser Texte sei; anders formuliert: Wer ist Shakespeare? Diese Frage beschäftigt nicht nur Liebhaber von Verschwörungstheorien, sondern auch renommierte Shakespeare-Forscher weltweit. So erschien beispielsweise im 19. Jahrhundert in einem Fachmagazin ein Artikel von Robert W. Jameson mit dem Titel “Who Wrote Shakespeare” (dt.: “Wer schrieb Shakespeare”). Der Artikel äußerte starke Zweifel an der Verfasserschaft Shakespeares und sollte eine Vielzahl von ähnlich argumentierenden Artikeln nach sich ziehen. Immer wieder wurden Geistesgrößen des späten 16. Jahrhunderts als ‘eigentliche’ Autoren von Shakespeares Werk ins Spiel gebracht. Die Argumentationen wurden mal wissenschaftlich, mal polemisch geführt; das Beweismaterial erwies sich manchmal als recht stichhaltig, mal als wild-spekulativ. Und natürlich fanden sich schnell auch Stimmen, die sich für die Verfasserschaft Shakespeares aussprachen. Dieser Artikel stellt die wichtigsten Positionen der Shakespeare-Urheberschaftsfrage vor. Weiterlesen
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