Literaturnobelpreis 2013: Bekanntgabe

Im Oktober werden alljährlich die Nobelpreise vergeben. Die internationale Presse erwartet die Bekanntgaben dabei ebenso wie die Wettbüros, denn das Wetten auf Nobelpreise hat sich in den letzten Jahren zu einer beliebten Beschäftigung entwickelt. Der Physik-Nobelpreis wurde am heutigen Dienstag (8.10.13) an Peter W. Higgs vergeben, was niemanden überrascht hat. Spannend wird es hingegen im Bereich Literatur. Zum ersten Mal seit einigen Jahren gibt es keinen absolut klaren Favoriten auf den Literaturnobelpreis, der am Donnerstag, den 10.10.2013 um 13 Uhr bekanntgegeben wird. Die offizielle Webseite des Nobelpreises hat bereits einen Countdown eingerichtet, der die Stunden runterzählt. Im Jahr 2012 ging der Nobelpreis für Literatur nach China, an Mo Yan; 2011 erhielt der Schwede Tomas Tranströmer den begehrten Preis; Mario Vargas Llosa 2010; im Jahr 2009 ging er an Herta Müller. Viele der genannten Empfänger waren auch in den Feuilletons und Wettbüros klare Favoriten.

Wer gewinnt den Literaturnobelpreis 2013?

Die Frage scheint offen, sieht man einmal von den „ewigen Verdächtigen“ ab, also von Philip Roth, Milan Kundera, Thomas Pynchon, Haruki Murakami oder Bob Dylan. Da der Nobelpreis häufig eine gewisse Streuung aufweist (er geht selten zwei Jahre hintereinander an Schriftsteller aus dem selben Land), ist es nach dem Preis für Mo Yan 2012 eher unwahrscheinlich, dass der Nobelpreis für Literatur 2013 an einen asiatischen Autoren geht. In der Tat wäre ein US-amerikanischer Schriftsteller gar nicht so unwahrscheinlich – und da kämen, wie bereits erwähnt, eine ganze Reihe in Frage.

Aber während der Friedensnobelpreis auch gerne mal auf Vorschuss an die USA verliehen wird (2009 an Barack Obama), scheint sich die Schwedische Akademie, die über den Literaturnobelpreis entscheidet, schwer damit zu tun, den Preis an die Amerikaner zu geben. Zuletzt hatte 1993 mit Toni Morrison eine Amerikanerin den begehrten Preis erhalten. Davor 1987 mit Joseph Brodsky, der gebürtiger Russe ist. Das macht zwei US-amerikanische Literaturnobelpreise in den letzten 25 Jahren, denen fünf Friedensnobelpreise gegenüberstehen (Wiesel 1986, Williams 1997, Carter 2002, Gore 2007, Obama 2009), 31 Chemie-Nobelpreise, 35 in Medizin, 35 in Wirtschaftswissenschaften und 39 Physik-Nobelpreise (geteilte Preise mit eingerechnet). Das Ungleichgewicht ist augenfällig. Bedenkt man dazu die große Zahl an hochkarätigen US-amerikanischen Literaten, wäre es nicht unwahrscheinlich, dass der Nobelpreis für Literatur 2013 in die USA geht. Aber das ist natürlich nur Spekulation. Und viele Feuilletonisten behaupten das Gegenteil, siehe z.B. die Basler Zeitung. Donnerstag wissen wir mehr…

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