Mo Yan: Nobelpreis für Literatur 2012 geht nach China

Am heutigen Donnerstag, den 11. Oktober, gab die Schwedische Akademie den Gewinner des Nobelpreises für Literatur 2012 bekannt: Mo Yan aus China. Der Name ist ein nom de plume und bedeutet übersetzt soviel wie „Sprachloser“. Sprachlos ist der chinesische Autor jedoch nun wirklich nicht zu nennen, denn das Oeuvre des 1955 geborenen Schriftstellers ist sehr umfangreich. Seit über 30 Jahren veröffentlicht Mo Yan Erzählungen, Kurzgeschichten und Romane, die – so die offizielle Begründung der Schwedischen Akademie für die Vergabe des Preises – „mit halluzinatorischem Realismus Märchen, Geschichte und Gegenwart vereinen.“

Von den Werken des Gewinners des Nobelpreises für Literatur 2012, Mo Yan, sind viele Bücher ins Deutsche übersetzt:

Weitere Romane, die zur Zeit noch nicht in deutscher Übersetzung erhältlich sind, kann der interessierte Leser auf Englisch oder Französisch beziehen. Vermutlich werden die Romane Mo Yans in Kürze aber sämtlich auf Deutsch vorliegen.

Wie jedes Jahr gibt es beim Nobelpreis für Literatur neben dem einen glücklichen Gewinner wieder eine Vielzahl von Verlierern. Autorinnen und Autoren, die schon seit Jahren oder Jahrzehnten immer wieder zu den ganz großen Favoriten für den Nobelpreis zählen, jedoch Jahr um Jahr leer ausgehen. Vor allem enttäuscht sein dürfte über die Bekanntgabe der Nachbar Chinas: Japan. Denn bis gestern galt noch der japanische Schriftsteller Haruki Murakami als Nobelpreis-Favorit. Nach der vermehrten Vergabe des Literaturnobelpreises an europäische Schriftsteller in den vergangenen 10 Jahren, galt es allgemein als wahrscheinlich, dass ein außereuropäischer Schriftsteller dieses Jahr das Rennen machen würde, möglicherweise ein asiatischer. Hier hatte Murakami, der in Westeuropa sicherlich größere Bekanntheit bestitzt als Mo Yan, das Nachsehen.

Auch die Kanadierin Alice Munro, der Ungar Peter Nádas oder der Ire William Trevor gingen leer aus. Ebenso die ewigen ‚Üblichen Verdächtigen‘, wie der US-amerikansiche Autor Philip Roth, der Niederländer Cees Nooteboom oder der Tscheche Milan Kundera.


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